Rückblick 2008
Rückblick
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Die Menschen lernen nichts dazu.

Still zieht es den abgetragenen Mantel an,
damit es pünktlich um Mitternacht gehen kann.
Verabschieden wird es sich erst zum Schluss,
weil es bis zur letzten Sekunde warten muss.

Der Abschied fällt ihm nicht allzu schwer,
es fühlt sich ausgebrannt, verbraucht und leer.
Es hatte sich so viel vorgenommen,
doch alles ist ganz anders gekommen...

Mit hängenden Schultern und traurigem Blick
denkt es an Mord und Totschlag zurück,
an Kinder, die täglich Hunger litten,
an Völker, die sich bekämpften und stritten.

Das Heer der Armen wuchs im Land,
geschickt versteckt unter Wohlfahrts Gewand.
Sorgenfalten graben sich tief in seine Züge,
sie geht leicht von der Zunge... die politische Lüge.

Es traf Menschen, die nur Macht interessierte,
und andere, die Geld und Gier verführte.
Es lächelt nicht mehr, das Elend ist groß,
was macht der Mensch mit der Erde bloß?

Tränen rinnen über sein Gesicht,
doch die lachenden Menschen sehen‘s nicht.
Vom Wechsel erhofft man sich frischen Schwung,
Das Neue Jahr ist unverbraucht und jung.

Jung zu sein ist wichtig in einer Welt,
in der Lebenserfahrung kaum noch zählt.
Möge das neue Jahr uns die Erkenntnis bringen, 
LEBEN braucht LIEBE...!" vor allen anderen Dingen.

Als das alte Jahr still von dannen geht,
bin ich es, die direkt neben ihm steht.
Ich spür' seinen Schmerz, seine Zerrissenheit,
und nehme mir für ein Abschiedswort Zeit.

„DANKE...!“, sage ich und lächle es an,
„Du hast uns gebracht, was man bringen kann.
Für gerechte Verteilung müssen die Menschen sorgen,
die sich die Erde von ihren Kindern borgen.“

Verwundert dreht es sich zu mir um,
öffnet seinen Mund... doch es bleibt stumm.
Es weiß, sie ist endgültig vorbei seine Zeit,
nur mein Lächeln nimmt es mit in die Ewigkeit.
 

 copyright © rena lessner / 31. dezember 2007